Dienstag, 31. Mai 2016

Ich bin dann mal weg...

Wie sehr freue ich mich, dass ich das endlich mal sagen kann - ich bin dann mal weg.
Seit Jahren träume ich davon die grüne Insel Irland bereisen zu können und dafür ist der Rucksack gepackt, das Auto gemietet und die Unterkünfte gebucht. 
Zusammen mit meiner guten Freundin Sarah geht es nun für knapp 2 Wochen auf große Reise. Unsere Männer lassen wir mal ganz entspannt zu Haus *hihi* und hauen allein mal so richtig auf die Kacke.


In dieser Zeit kann ich natürlich keine Emails beantworten, sodass ihr euch bitte etwas gedulden müsst. Für den Blog habe ich den ein oder anderen Beitrag vorbereitet und hoffe, dass diese planmäßig von allein online gehen :) 

Ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr in der Zwischenzeit hier immer mal vorbei schaut. Nach Irland gibt es natürlich dann einen tollen umfangreichen Reisebericht.

Die letzten Monate waren sehr hart, so viel ist passiert, so viel hat sich verändert. Ich freue mich einfach mal raus zu kommen und abzuschalten, das Meer und so eine beeindruckende Landschaft zu sehen.
Also bis die Tage ihr Lieben :)

Sonntag, 29. Mai 2016

Frauenlauf Leipzig - Lächle, du hast dafür bezahlt!

Heute war es endlich soweit, der Frauenlauf, für den ich seit Wochen trainiere, fand endlich statt. Die letzten Tage war ich schon leicht nervös und heut morgen dann richtig aufgeregt, bis wir endlich los machten.
Im Clara-Zetkin-Park angekommen waren wir von der Wahnsinns Stimmung begeistert. Man merkte, dass die Frauen richtig Lauflust hatten und alle heiß waren endlich zu starten. Heiß war es in der Tat. Das Thermometer zeigte gute 25°Grad im Schatten und es drückte fürchterlich. Nur hin und wieder kam ein laues Lüftchen, aber wir waren guter Dinge.

Allein bei der Distanz 5km sind über 1.200 Läuferinnen an den Start gegangen, insgesamt über 2.500 Frauen. 
Kurz vor dem Start war die Stimmung so grandios:

video

 Susi und ich unmittelbar vor dem Start.




Dann fiel endlich der Startschuss und wir liefen los. Die Straßen waren gesäumt von hunderten Schaulustigen, die klatschten und Musik machten, um uns alle zu motivieren und anzufeuern. Zwischendrin entdeckte ich meinen Herzmann der direkt diesen Schnappschuss von uns machte :D
Herrlich und gut getroffen, wie ich finde. Hier waren wir wirklich noch gut gelaunt und hoch motiviert.


Susi und ich liefen die erste Zeit gemeinsam. Kurz vor dem zweiten Kilometer trennten sich aber unsere Wege. Ich musst einfach durchlaufen, denn eine Pause hätte ich nicht ertragen bzw. dadurch wäre ich vielleicht nicht ins Ziel gekommen. Die Hitze war wirklich unerträglich und der viele Asphalt eine absolute Qual, jede Pause wäre eine enorme Überwindung gewesen wieder los zu laufen.
Selbst im Laufkurs sind wir nie so viel Asphalt gelaufen und das macht wirklich einen enormen Unterschied, dazu kommt die enorme Hitze, die sich richtig gestaut hatte.
Aber ich kämpfte mich durch. Viele gaben unterwegs auf und liefen gemütlich weiter. Viele überholte ich, aber kurz vor dem Ziel lief ich auf der Stelle, denn ich wartete auf Susi, damit wir gemeinsam die letzten 50m ins Ziel laufen.



Mein Herzmann machte dieses tolle Foto. Nur wenige Meter vorher wartete ich, aber ich hab nicht aufgehört zu laufen. Susi - offensichtlich deutlich vom Junggesellinnenabschied am Vortag gezeichnet :D - und ich kämpften uns ins Ziel.
Wir nahmen unsere Hände und jubelten uns selbst über die Ziellinie.




Total euphorisch und sichtlich kaputt fielen wir unter einem Baum ins Gras. Meine Güte war das ein Kampf, war das ein Lauf, diese Hitze, dieser Asphalt. Aber wir haben es geschafft. 
Wir gönnten uns nach einer Pause frisches Obst und ein alkoholfreies Radler, ließen uns feiern und fielen uns oft in die Arme. Stolz, ja ich bin mega stolz auf uns.
Als wir die Urkunden abholten mussten wir wahnsinnig lachen, wenns eigentlich auch traurig ist. Obwohl ich auf Susi wartete, schritt sie bei unserem gemeinsamen Einlauf eher durch die Zeitschranke und belegte den Platz vor mir....das gibs doch nicht :D 


Aber egal, wir freuen uns, dass wir beide das geschafft und wir wieder einen wunderbaren Moment in unserer Freundschaft haben. Wir freuen uns schon auf unser Video des Zieleinlaufes und hoffen euch auch das zeigen zu können.
Mir kommen schon wieder die Tränen, liebe Susi. Ich bin so dankbar und schätze mich so reich Dich zu haben :-*

Für das Frauenhaus in Leipzig wurden 14.000 € gesammelt und das macht uns ebenso sehr sehr stolz.
Hier findet ihr den ersten Zeitungsartikel.

Donnerstag, 26. Mai 2016

Wo der Ehrgeiz rennt...

...ist auch ein Weg!
Man wie verrückt ist das denn?! Seit Anfang März bereite ich mich auf den Frauenlauf vor und diesen Sonntag findet er endlich statt.

War es zu Beginn unvorstellbar gewesen überhaupt den LaufKurs durchzuhalten, geschweige denn die 5 km zu laufen, so ist es für mich noch immer unbegreiflich, dass ich gestern die 5 km an einem Stück geschafft habe.

Ich bin sowas von stolz auf mich, dass ich so gut durch gehalten habe und mich gestern, obwohl meine spätere Laufpartnerin nicht mehr konnte und auch mich zum aufhören überreden wollte, dennoch bis ins Ziel gekämpft habe.
Sie schied ca. bei 3,5km aus und ich rannte den restlichen Weg allein tapfer bis ins Ziel.
Am Schluss legte ich sogar nochmal einen Sprint hin. Ich sag euch, ich dachte ich heb ab. Meine Beine verselbstständigsten sich und rissen mich nach vorn. Bloß nicht hin fallen, Anja, dachte ich!

Ich bin total kaputt im Ziel angekommen, aber ich hab es geschafft. Ich hab durchgehalten und dabei war ich nicht mal die letzte, wie ich erst dachte. 💪💪💪
Wuhuu, ich hab für mich persönlich eine super Zeit abgelegt, auch wenn Runtastic durch den dichten Wald nicht alles gemessen hat 😓



Am Sonntag ist aber nun endlich der Lauf. Der Deal zwischen meiner Freundin Susi und mir war damals, dass sie die ganze Zeit an meiner Seite laufen muss...Nun ist es aber so, sagt sie selbst, dass ich viel trainierter bin und sie gewiss die 5 km nicht am Stück läuft. 
Hauptsache wir haben Spaß und kommen beide gut ins Ziel.
Für mich ist es in erster Linie eine Challenge mit mir selbst, ich will es mir selbst beweisen, dass man alles schaffen kann und ich stärker bin als mir manchmal bewusst ist.
Ich laufe aber auch für alle Frauen die Gewalt erlitten haben und erleiden, ich laufe aber auch für uns Lipimädels.☝



Von der Demonstration letztes Jahr vor dem GBA in Berlin habe ich noch das Shirt "Kampf gegen das Lipödem" und das werde ich tragen! Dazu habe ich für meine beste Susi und mich Hosen bestellt sowie bedrucken lassen #Team weil wir immer zusammen halten, egal ob in schlechten oder guten Zeiten. Susi war einer der ersten Freunde die letztes Jahr sofort Ja! gesagt haben als es darum ging wer mich frisch operiert aus Essen/Mühlheim abholt. Susi hat mich damals nicht nur abgeholt sondern reiste mit mir an, blieb an meiner Seite und brachte mich dann wohlbehalten nach Hause. #AnjaundSusi für die beste Freundin die man sich wünschen kann! Ich bin Dir so dankbar für alles! Für Deinen Mut den Du mir immer machst, dass Du den schweren Weg mit mir gehst und sogar stolz bist ihn mit mir zu gehen, dass wir beide so herzhaft lachen können und so ein tolles Team sind! (jetzt heult sie bestimmt wenn sie das liest 😘)


Ach, ich freu mich auf Sonntag. Ich hoff nur das es nicht zu warm wird und uns das Gewitter nicht erwischt!
Wenn ihr auch kommt, sprecht mich ruhig an, ich würde mich sehr freuen 💪☺

Donnerstag, 19. Mai 2016

Limipi - das medizinische soziale Netzwerk

Auf dem 4. Lipödemtag in Hannover lernte ich die liebevolle Iris und ihr Herzensprojekt limipi kennen. 
Limipi ist "ein unabhängiges medizinisch-soziales Netzwerk für Menschen, die den Austausch mit Gleichgesinnten suchen und Fragen zu medizinischen Themen haben." So zumindest beschreibt sich die Plattform und ihre Erfinder selbst.


www.limipi.de

Aber was heißt das nun genau?
Iris stand mir hier Rede und Antwort, schließlich war auch für mich das Projekt sehr interessant.


Limipi ist ein Social Medical Network

Wie ist limipi entstanden?
Die Idee dazu entstand während meiner Erkrankung. Ich habe damals viel über Brustkrebs gegoogelt, aber es hat mir nicht weitergeholfen. Denn ich war auf der Suche nach Betroffenen im gleichen Alter, mit dem gleichen Tumor und bestenfalls im gleichen Ort. Für eine klassische Selbsthilfegruppe hatte ich keine Kraft. Ich war auf der Suche nach Austausch im Internet. Die typischen Foren haben mich abgeschreckt, weil viele chaotisch, veraltet und unübersichtlich sind. Ich konnte einfach nicht fassen, dass es kein Portal gibt, das sich dem Austausch & der Vernetzung von Patienten, Angehörigen und Begleitern widmet und nach einer ähnlichen Systematik funktioniert, wie die bekannten „Online-Partnerbörsen“.

Und was heißt eigentlich limipi?
Der Name limipi kommt von „like-minded-people“, also Gleichgesinnten und das sagt auch schon viel über die Idee aus. Wir bezeichnen uns selbst als medizinisch-soziales Netzwerk und möchten Patienten die Möglichkeit geben, durch ein ausgearbeitetes Matching-System genau die Menschen zu finden, die an der gleichen Krankheit leiden. Daher kann man bei limipi ein medizinisches Profil ausfüllen und unser System bietet einem dann Patienten mit beispielsweise dem gleichen Tumor an. Man hat aber auch die Möglichkeit nach Menschen im gleichen Ort oder dem gleichen Alter zu suchen und selbstverständlich ist die Plattform auch für Angehörige oder Freunde, die sich austauschen oder bei anderen informieren möchten.

Finde ich auf limipi also nur Menschen mit Krebserkrankung?
Limipi ist nicht nur für Brustkrebspatienten konzipiert. Wir fügen sukzessive weitere Krankheitsbilder ein. Unser Ziel ist es, auf unserer Plattform so viele Krankheiten & medizinische Themen wie möglich zu vereinen.  
Auf eurer Seite sind unter anderem auch Vernetzungen zu Hilfevereinen zu finden. Arbeitet ihr gemeinsam mit ihnen?
Erfreulicherweise lehnen uns die renommierten Institutionen wie beispielsweise die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebshilfe oder Ärzte nicht ab, sondern unterstützen uns, weil sie die Weitsicht des Projekts erkennen und im Online-Austausch viel Potential sehen. Limipi soll natürlich keinen Arzt ersetzen, sondern Erkrankte miteinander verbinden, damit sie sich gegenseitig Hoffnung, Hilfe und Mut zusprechen. 
Iris und ich auf dem 4. Lipödemtag in Hannover
Limipi ist wirklich eine interessante Plattform und ich bin mir sicher, dass das ein ganz großes erfolgreiches Projekt wird, denn auch ich stand damals nach der Diagnose so hilflos da und wusste nicht wirklich weiter. Vorallem der Austausch mit gleichaltrigen Betroffenen hat mir gefehlt. Die ersten Monate dachte ich ja sogar ich bin die Jüngste die das hat, weil alle anderen bei meiner Lymphkur 60+ waren...
Zudem sind in der heutigen Zeit wirklich viele gehemmt in Selbsthilfegruppen zu gehen, denn man schämt sich, dass man Betroffen ist, aber dennoch braucht man den Austausch und die Unterstützung, das Wissen nicht allein damit zu sein.

Ich habe mich bei limipi schon angemeldet und Du? Klick hier und join life!

Donnerstag, 12. Mai 2016

Schnupfen, schwere Beine und ein mieser Lauf

Boar der gestrige Tag war persönlich gesehen echt eine Nullrunde.
Nachdem mich über das lange Wochenende nun doch keine Allergie, sondern ein Schnupfen samt MD-Infekt eingeholt hatte war der Sonntag und der Montag einfach nur im Eimer. So bestand die Sonntagslaufeinheit aus Sprints zwischen Couch-WC-Bett und zurück. 

Mit dem Wissen, nun vor dem bald nun anstehenden Lauf keine Laufeinheit mehr auslassen zu dürfen, war meine Motivation für den Laufkurs fast bei Null, weil mir bewusst war, dass das ein hartes Ding wird. Bereits letzte Woche bin ich bei 20 Minuten am Stück rennen arg an meine Grenzen gekommen, aber nun hieß es heut 25 Minuten am Stück laufen und das obwohl mir die Sonntagseinheit und somit die gänzliche Kondition fehlte.
Dazu kommen die sommerlichen Temperaturen, die ja wirklich schön sind, aber Sport mache ich lieber, wenn es kälter ist. Durch das Laufen kommt man ja doch sehr schnell ins Schwitzen. 
Die blöde Laufstrecke gestern, entlang der Red Bull Arena (wuhuu RB spielt nun in der 1. Bundesliga - whoop whoop) tat ihr übriges - überwiegend Asphalt, mega staubig und kaum ein Lüftchen. Mir brannten die Füße und mir kratzte der Hals...nach knapp 8 Minuten brach ich das erste Mal ab. 


Meine Beine waren so unendlich schwer, ich bekam kaum noch Luft und insgesamt fühlte es sich wie eine Folter an. Die schweren Beine hatte ich das letzte Mal vor den OPs, wo mir normales Gehen schon unendlich schwer fiel. Ich vermute, dass dies durch die enorme Hitze in den Kompris (ja, die trage ich auch immer noch beim Sport) kam. 
Insgesamt hatten heute alle schwer zu kämpfen, aber diesmal war ich diejenige die abbrach.

Boar ich hab innerlich abgekotzt, wie demotivierend. Selbst die 20 Minuten letzte Woche habe ich durchgehalten...aber das...es ging irgendwie nicht. 
Nach einer kurzen Gehpause von knapp 1 Minute rannte ich wieder und brach nach nur 5 Minuten erneut ab bevor ich die letzten 10 Minuten nochmal am Stück rannte...boar fuck off. Was war ich angepisst und wütend und enttäuscht von mir selbst!

Ich hoffe ernsthaft das es zum Frauenlauf kalt ist! :D

Im übrigen könnt ihr euch alle für den Frauenlauf anmelden. Das ist wirklich eine wunderbare Sache. Frauen laufen für Frauen, gegen Gewalt an Frauen und natürlich jeder für sich selbst. Wer nicht die 5km oder die 10km rennen will, der kann auch 5km ganz entspannt walken. Hauptsache ihr seid dabei, habt Spaß und unterstützt das grandiose Projekt. Hier gehts zur Anmeldung und zur Facebookseite!

Ausreden gibt es keine - außer man ist zu faul! ;) 

In diesem Sinne - keep on moving. Der nächste Lauf wird besser!

Mittwoch, 11. Mai 2016

Endlich auch auf Facebook

Warum ich erst nach über einem Jahr eine eigene Facebookseite einrichte ist mir selbst bis jetzt ein Rätsel, aber was lange wehrt wird gut, denn nun könnt ihr mir viel einfacher folgen und verpasst keine neuen Beiträge mehr. Dazu findet ihr dort immer wieder Beiträge von anderen Lipödemkämpferinnen, Beiträge aus Funk und Fernsehen und sonstiges was für euch sicherlich interessant sein könnte.

Nicht lang schnacken, Link rein packen -> hier


Über euren Besuch auf meiner Seite würde ich mich sehr freuen und wenn sie euch gefällt, dann gibt meiner Seite einen Daumen hoch. Allen anderen nostalgischen Bloglesern entgeht dennoch nichts, denn alles wesentliche blogge ich weiterhin hier :)

Das Besondere bei der Facebookseite ist, dass ihr auch mir gegenüber schneller und einfacher Nachrichten zukommen lassen und mit eigenen Kommentaren und Beiträgen interaktiv sein könnt.

Montag, 9. Mai 2016

4. Lipödemtag des Lipödem Hilfe Deutschland e.V.

Am Samstag dem 07. Mai fand in Hannover der 4. Lipödemtag des Lipödem Hilfe Deutschland e.V. statt.
Ein Ereignis was sich allein in Hannover zum dritten mal ereignet und wahrlich schon traditionscharakter hat.

Der Lipödemtag stand unter einem besonderen Anlass, denn unser Lipödem Hilfe Deutschland e.V. feiert sein 5jähriges Bestehen und so ließ ich es mir nicht nehmen, einen Geburtstagskuchen zu backen, denn ein Geburtstag ohne Kuchen wäre schon sehr traurig.


Die verschiedenen Fachvorträge seien es die Therapiemöglichkeit beim Lipödem durch Dr. Slobodan Reba, die Erkrankung Morbus Dercum erklärt durch Dr. Olaf Deling oder die Fristüberschreitung mit seinen Rechtsfolgen durch den Fachanwalt Tim C. Werner fanden großes Interesse bei all den Betroffenen.

Dr. Slobodan Reba (Hannover)
Dr. Olaf Deling
Rechtsanwalt Tim C. Werner aus Frankfurt

Sehr berührend war die Umfragevorstellung zum Thema "Lipödem und Bullemie" von unserer Nicole die in diesem Zusammenhang ihre persönliche Geschichte vortrug. Kaum ein Auge blieb dabei trocken und auch bei mir liefen sehr die Tränen. Es hat uns alle so unfassbar berührt. Diese persönliche ehrliche Offenbarung bescherrte nicht nur tobenden Applaus, sondern standing ovation.


Eindeutig - das Lipödem beginnt überwiegend in der Pubertät, sodass unbedingt auch Gynäkologen darauf spezialisiert und sensibilisiert werden müssen.

Direkt im Anschluss trugen Batomae zusammen mit Jana Crämer aus dem Buch "Das Mädchen aus der ersten Reihe" einen weiteren emotionalen Beitrag zum Lipödemtag bei. Es war Gänsehaut pur, diese wunderbare Stimme und die emotionale Athmosphäre...unbeschreiblich, unvergleichlich!


Sportlich wurde es dann bei der Vorstellung von Dianas Fitnessconcept "Lipolectic" was in den kommenden Monaten starten wird und allen Lipödembetroffenen, egal in welchem Stadium sie sich befinden, Sport und Bewegung ermöglichen soll. Das gesamte Publikum wurde dabei einbezogen und musste einen Selbsttest absolvieren. 


Selbsttest, der für große Bewunderung sorgte

Große Bewunderung erhielt Cahterine Seo die Co-Direktorin von "The Lipedema Project". Sie ist auch die Produzentin und Regisseurin des Dokumentarfilms "The Disease they call fat" 
International muss einfach mehr zusammen gearbeitet werden. Auch die anwesenden Fachärzte sagten sich künftig eine engere Zusammenarbeit und einen regen Austausch zu. 

Catherine Seo

Neben all den informativen Vorträgen bietet der Lipödemtag vorallem viel Raum um sich untereinander auszutauschen, sei es mit den Fachärzten, Firmen oder eben anderen Betroffenen. Gerade auch das Kennenlernen und das knüpfen neuer Freundschaften, sowie die ganze herzliche offene Art macht für mich den Lipödemtag zu etwas ganz besonderem.
Mit vielen tauscht man sich seit Monaten über die verschiedenen Gruppen in den sozialen Netzwerken aus und nun lernt man sich persönlich kennen. So schlimm diese Krankheit für uns Betroffene auch ist, so wunderbar und tröstend ist es zu wissen, dass man nicht allein ist und so viele herzliche Menschen kennen lernt. 

Diana, Gerdi, Ruth und Barbara
Stephie und ich = die Bloggerinnen
Judith, Ruth und ich

Der Tag findet seinen wunderbaren Ausklang bei einem gemeinsamen Essen im Maredo, wo man noch stundenlang ausführliche Gespräche führen, Kontakte austauschen und Fotos machen kann. 
Für mich war der Tag einfach unvergesslich und ich bin dankbar dabei gewesen zu sein. So viele starken wunderbare Frauen, die alle für dasselbe kämpfen - die Anerkennung des Lipödems als Krankheit und den Kampf gegen diese Krankheit.


Ein herzliches Danke an alle die diesen wunderbaren Tag zu dem gemacht haben was er war und ist, an alle Mitwirkenden und helfenden Händen.
Ich freue mich sehr auf den kommenden 5. Lipödemtag in Markkleeberg/Leipzig und lade Euch alle rechtherzlich ein. Alle Infos hier zu findet in bald hier auf meinem Blog.
Des Weiteren erfolgen zu den einzelnen oben erwähnten Themen noch einzelne ausführlichere Berichte :)

Eure Anja

Donnerstag, 5. Mai 2016

Die Gerichtsverhandlung

Am letzten Freitag war es dann endlich soweit, die langersehnte Gerichtsverhandlung gegen meine Krankenkasse fand statt.
Fragt nicht, wie es mir an den Tagen zuvor ging. Ich konnte vor Aufregung kaum noch schlafen und war unendlich aufgeregt.
Bei dem letzten Telefonat mit meiner Anwältin zögerte ich daher nicht lange und bat ihr an sie vom Flughafen in Leipzig/Halle abzuholen, auch wenn das für mich mit sehr frühen Aufstehen verbunden war (mal abgesehen davon dass ich eh kaum schlief, eigentlich eher unproblematisch).

"Der kann nur gut ausgehen bei diesem schönen Sonnenaufgang. Zumindest versuche ich es mir so ein zu reden. Sitze gerade am Flughafen und warte auf meine Anwältin.
Dann fahren wir gemeinsam zum Sozialgericht. Oh man. Mir ist so schlecht vor Aufregung." (Post in unserer Community)

So wartete ich kurz vor 8 Uhr in der Ankunftshalle und mir fiel hörbar ein Stein vom Herzen als Frau Klett auf mich zu kam und mir ein herzliches Lächeln entgegen strahlte. Auf der gesamten Heimfahrt zu meinen Eltern unterhielten wir uns wunderbar, vor allem über mich, der Entstehung der Krankheit, die Schmerzen und rund um die Operationen. Frau Klett war sehr persönlich daran interessiert und wir verstanden uns prima.
Bei meinen Eltern tranken wir noch gemeinsam eine Tasse Kaffee und Tee, bevor wir zur Entspannung noch eine Runde mit dem Hund gingen. Die Verhandlung war erst gegen 11:30 Uhr angesetzt und so hatten wir genügend Zeit. Zeit, um seine Gedanken zu sammeln und die Vorgehensweise zu besprechen.

Meine Nervosität stieg leider bis ins unermessliche, vor allem als es dann endlich Richtung Altenburg zum Sozialgericht ging.
Dort angekommen mussten wir warten, warten, warten. Ich sag euch, für mich fühlte es sich wie Stunden an und mir war schlecht, richtig schlecht.
Etwas verspätet aufgrund noch anderer laufender Verhandlungen nahmen wir dann in dem kleinen Gerichtssaal im obersten Stock platz.
Das Gericht bestand aus einer Richterin und zwei Schöffen, uns gegenüber saß die Vertretung der Krankenkasse, meine Anwältin und ich, sowie meine Mutti im Zuschauerbereich.

Kurz vor 12 Uhr begann dann endlich die Verhandlung und die Richterin trug meine Akte vor und zwar ab der Diagnose im Jahr 2011 bis heute. Meine Aufregung war unbeschreiblich, meine Hände eiskalt und ich kämpfte mit der Übelkeit vor Aufregung. Immer wieder nickte ich zusagend ab oder ergänzte, wenn etwas unklar erschien. Danach  positionierte sich die Richterin, bevor uns die Gegelegenheit gegeben wurde uns zu äußern.
Kurz um: meine Anwältin brachte alle Argumente vor die für unsere Klage (Erstattung der Leistung) sprachen und die Krankenkasse all jene, die dagegen sprachen.
Auf die Frage, wie ich zu Dr. Heck nach Essen/Mühlheim gekommen bin antwortete ich ausführlich und umfangreich auch in Zusammenhang mit meinem Engagement im Bereich der Aufklärung der Krankheit und des Lipödem Hilfe Deutschland e.V.
Die Richterin betonte im Laufe des Verfahrens immer wieder, dass sie nicht unserer Auffassung sei, die Krankenkasse wies den Fristverzug dahin gehend ab, da der § 13 Abs. 3 a nur für Kassenleistung und § 137 nur bei einem stationären Eingriff greifen würde. Beides ist bei mir nicht der Fall...wir sahen das aber anders.
Bevor sich das Gericht zur Beratung zurück zog ergriff ich nochmal das Wort. Leider kamen mir bereits nach den ersten Worten die Tränen und so konnte ich nur schlurzend von meinem Werdegang berichten und meine Ansicht zu all dem äußern.

Ich sprach von meinem ungebrochenen Willen die Krankheit zu bekämpfen, davon, dass ich auch nach langen Arbeitsstagen noch 1,5h bei der Physio zur Behandlung war, dass ich alle konservative Therapie ausgeschöpft habe und mir einfach keine andere Möglichkeit blieb als mich letztes Jahr operieren zu lassen. Unter Tränen wandte ich mich an die Krankenkasse und musste ihnen vorwerfen, mir nie die Möglichkeit gegeben zu haben, dass ich mich nur in einem Vertragskrankenhaus hätte operieren lassen können, sondern mir oft anhören musste einfach mehr Sport machen zu müssen.
Am Ende habe ich hemmungslos geweint, denn es geht hier nicht um den Kauf einer Bohrmaschine, sondern um mein Leben, was einfach kaum noch Lebensqualität hatte, weil die Schmerzen und die Einschränkungen zu groß waren.
Ich hörte meine Mutti ebenso weinen und es brach mir das Herz, dass mir gerade jetzt wieder die Tränen kommen.

Das Gericht zog sich nun zur Beratung zurück und ich konnte mich bei meine Anwältin für meinen Gefühlsausbruch nur entschuldigen. Es tat mir so leid, doch sie lobte mich, dass ich das gut gemacht habe.
Meine Mutti kam zu uns und meinte direkt, dass wir die Verhandlung verlieren werden und dies bestätigte auch meine Anwältin. Die Richterin betonte einfach zu oft, dass sie nicht unserer Auffassung war.

Während das Gericht beriet sind wir in einen, wie ich fand, sehr guten Dialog mit der Krankenkasse gekommen. Ich zeigte Bilder vor und nach meiner Operation und bat an mich doch mal einzuladen, damit ich innerhalb der Krankenkasse mal aufklären kann. Zu unserem Lipödemtag in Markkleeberg habe ich ebenso eingeladen und ihr einen Flyer unserer Hilfevereins gegeben.
Ich verstehe die Frau auch, sie vertritt nur die Interessen der Krankenkasse, auch wenn sie aus menschlicher Sicht uns versteht. Sie wird die Anregungen mitnehmen, zumindest äußerte sie das.

Fast eine dreiviertel Stunde beriet das Gericht. Die Zeit war so unendlich lang.
Als das Gericht das Urteil verkündete, konnte ich nur nach unten schauen. "Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil..." den genauen Wortlaut habe ich leider nicht innehalten können, aber als die Richterin äußerte dass die Klage der Krankenkasse abgewiesen wird und sie 90% der Kosten erstatten muss konnte ich nur los weinen. Mir liefen die Tränen in strömen runter und ich spürte, dass meine Anwältin mich in den Arm nahm.
Das Blatt hat sich für mich gewendet, obwohl es so hoffnungslos aussah. Meine Emotionen überkamen mich und ich kann das Gefühl einfach nicht beschreiben.

Ich weiß nicht was ausschlaggebend für diese Wendung war, vielleicht mein emotionales Schlusswort wo hörbar alle schlucken mussten oder mein Engagement in allen Bereichen. Die Richterin war nicht auf unserer Seite, aber die Schöffen konnten wir anscheinend überzeugen uns Recht zu geben.

ABER! Und das darf man nun nicht vergessen und unterschätzen - die Krankenkasse hat die Möglichkeit Revision einzulegen, d.h. das Urteil abzulehnen und in die nächste Inztanz zu gehen. Wir haben zwar hier und heut gewonnen, aber ob es das endgültige Ergebnis ist, wissen wir erst, wenn das Urteil Rechtskraft hat.
Meine Anwältin ist sich sicher, dass die Krankenkasse Revision einlegen wird und wir uns vor dem Landessozialgericht wieder sehen werden :(

Als die Verhandlung zu Ende war verabschiedeten wir uns freundlich von allen, kamen auch nochmal mit der Krankenkasse in ein nettes Gespräch. Ich reichte der Frau einen Flyer und betonte nochmal meine Bereitschaft auch bei der Krankenkasse aufzuklären. Sie selbst kann leider nicht entscheiden, wie es weiter gehen wird, aber nimmt meine Anregungen zumindest mit.
Als der ältere Herr, der als Schöffe im Gericht saß, an mir vorbei ging, legte er mir die Hand auf die Schulter und meinte, dass er mir alles Gute wünschte. Diese Geste wird mir unvergessen bleiben und wenn ich heute darüber berichte, bekomm ich Gänsehaut.
Wir alle waren unendlich erleichtert, froh und guter Dinge, meine Anwältin und ich machten noch ein "Siegerfoto" vor dem Sozialgericht, denn nun wollte auch sie endlich auf meinem Blog.


Liebe Frau Klett,
vielen Dank, dass Sie mir in all der Zeit so gut zur Seite gestanden haben, für Ihre unglaublich gute Arbeit, Ihre sympathische, freundliche, herzerwärmende Art und nicht zu vergessen für die Taschentücher, die während der Verhandlung meine Tränen trockneten. Selbst wenn wir in die nächste Instanz gehen müssen, weiß ich Sie guten Mutes an meiner Seite.

Ich kann euch, solltet ihr einen Rechtsstreit mit der Krankenkasse bezogen auf die Kostenübernahme haben, nur Frau Klett und ihre Kanzlei empfehlen, auch wenn sie ihren Sitz in Herne weiter weg haben. Ich habe Frau Klett auch erst jetzt bei der Gerichtsverhandlung persönlich kennen gelernt. Über ein Jahr pflegten wir nur schriftlich via Mails und Telefon den Kontakt und besprachen so alle Details.
Mir war von Anfang an wichtig, jemanden an meiner Seite zu wissen, der Ahnung von der Thematik hat und auch schon Gerichtsverfahren geführt hatte in diesem Bereich.

Alles in allem war es ein sehr emotionaler Tag. Die Verhandlung ging knapp 2,5 Stunden, womit wir alle nicht gerechnet haben, ebenso wenig über das Ergebnis.
Noch einige Stunden danach kamen mir Tränen, weil ich von meinen Emotionen so überwältigt war. Meine Sprachnachrichten an meine engsten Freunde waren alle samt verheult. Ob mich überhaupt irgendwo jemand richtig verstand... :D ich weiß es nicht.
Es hat auch jetzt mehrere Tage gebraucht um runter zu fahren, alles sacken zu lassen. Zu aufwühlend und kräftezehrrend waren die letzten Tage. Ich danke an dieser Stelle euch allen fürs Daumen drücken, so viele liebevolle Nachrichten haben mich erreicht. Wir sind eine tolle Community :)

Kämpfen lohnt sich immer und wir werden, sollte es in die nächste Instanz gehen, auch hier weiter um unser Recht kämpfen. Wir werden nicht aufgeben, dafür war der Weg schon zu lang.