Freitag, 30. Januar 2015

Heißhunger - ein böser Feind

Oh Gott wer kennt es nicht, ganz langsam nagt es an einem, es zieht, es grummelt und egal wie interessant der Film oder die Nachrichten auch sind, nach nur wenigen Minuten fällt der Gedanke immer wieder auf eines zurück - "Mh, was könnte ich jetzt mumpeln?"

Jetzt könnte man einfach alles in sich rein FRESSEN, aber, das bringt uns ja nicht ans Ziel. Also muss man Dinge finden, die die Lust befriedigen, aber auch nicht all zu großen Schaden verursachen.

Klar ich könnte jetzt mit Tipps kommen, wie "Trink einfach ein Glas Wasser"...boar, ich will nichts trinken, ich will was mumpeln, futtern, fressen.

Ja, gut, ich trinke ein Glas Wasser/Tee und? Nichts...schwupps ist wieder der Gedanke da "Mh, was könnte ich nur mumpeln?"

Wer auf Harzer Müffel Käse steht, der kann nach der Dukan Diät ohne Gewissensbisse mal ein schönes Stück verspeisen oder eine Scheibe mageren Kochschinken, oder man macht sich einen Frühstücksflan, wenn es einem nach etwas handfesteren beliebt.

Das Beste ist jedoch, wenn man den Heißhunger erst gar nicht aufkommen lässt und hier zahlt sich die Devise aus "Lieber ab und zu auch mal etwas genießen, als solange verzichten bis die Sehnsucht zu groß wird!".
So sollten sich Schokoladenfans auch hin und wieder ein Stück, die Betonung liegt auf EIN STÜCK und nicht eine ganze Tafel, Schokolade gönnen - natürlich besser richtig dunkle Schokolade, oder auch mal ein Stück Pizza oder wenn's auch mal sein muss eine Portion Pommes.
Her je...wer sagt denn, dass man sein Lebenlang auf all das Verzichten soll?!
Der Sinn liegt auch nie darin den ganzen Zeitraum einer Diät etc. auf so etwas zu verzichten bis man das Ziel erreicht hat, um dann voller angestauter Lust all das wieder in sich zu spachteln.


Aber was tun, wenn man gerade jetzt so eine Lust auf was Süßes hat?

Dann einfach mal eine schöne Schüssel Schokoquark machen. Hierfür einfach Magerquark mit echten Kakaopulver und etwas Süßstoff vermischen und genießen.


Aber auch sportliche Aktivitäten können einen wunderbar ablenken und das Heißhungergefühl vergessen lassen.
Super gelingt mir das auch, wenn ich kreativ bin und beispielsweise meiner gerade aufkeimenden Nählust nachgehe.


Montag, 26. Januar 2015

Antrag nach dem Schwerbehindertenrecht

Kurz nachdem die Diagnose Lipödem bei mir gestellt wurde habe ich mich intensiv mit der Thematik Schwerbehinderung beschäftigt, da mich die Krankheit ja körperlich, aber auch seelisch beeinträchtigt.

Laut einem Informationsblatt den Ödemforums, die die einzelnen Ödemkrankheiten aufgelistet und unterglieder haben, wären bei mir zwischen 60-80 GdB (Grad der Behinderung) möglich.

Also druckte ich mir den Antrag aus und sandte ihn ausgefüllt an das zuständige Versorgunsamt / Landratsamt Abteilung Schwerbehindertenrecht des jeweiligen Hauptwohnsitzes.
Nach nur wenigen Tagen erhielt ich bereits eine erste Zwischenmitteilung, wo man mich um meine Zustimmung bat die bereits ärztlich erhobenen Befunde abfragen zu dürfen.
Dann dauerte es Monate bis ich endlich eine Mitteilung bekam und mir wurden gerade einmal 20 GdB zugesprochen.  Natürlich bin ich in Widerspruch gegangen und habe auch das Informationsblatt mit eingereicht, aber es blieb bei gerade einmal 20 GdB.

Und 20 GdB sind eigentlich nichts, denn erst ab 30 GdB kann man einen Antrag auf Gleichstellung stellen, den ich unbedingt gebraucht habe.
In den einzelnen Selbsthilfegruppen und Foren im Internet fand ich, dass ich nicht die Einzige bin, der es so erging. Viele bekamen 30 GdB und mehr nur, weil sie andere schwerwiegende Erkrankungen zusätzlich hatten.
Das wiederum macht deutlich, dass das Lipödem allein keine ausreichend anerkannte Schwerbehinderung darstellt, obwohl die körperliche Beweglichkeit teils stark eingeschränkt ist.


Als ich Anfang 2014 erneut an einem Steißabzess erkrankte habe ich einen Verschlechterungsantrag gestellt. 
Erst jetzt und nur dadurch erhielt ich die Anerkennung 30 GdB. Man muss dazusagen, dass ich bereits 2006 unter einem Steißabzess litt und seit dem immer wieder mal Probleme hatte, aber es darüber keine ärztliche Dokumentation gab, weil ich über die Jahre selbst mir zu helfen wusste.
Dies war zwar eine Entlastung für meine Hausärztin, brachte mir aber wahrlich im Antragsverfahren keinerlei Punkte.

Ob man selbst einen Antrag nach dem Schwerbehindertenrecht stellt oder nicht obliegt jedem selbst. Die Anerkennung der Krankheit als Schwerbehinderung sollte jedoch im Vordergrund stehen. Zusätzliche Erleichterungen wie Steuervergünstigungen sind da nur ein positiver Nebeneffekt.

Für mich war die Anerkennung als Schwerbehinderung vor allem auch aus beruflichen Gründen wichtig, denn ich wollte meine berufliche Laufbahn beim Zoll einschlagen.

Neben einem mündlichen und schriftlichen Auswahlverfahren musste man sich auch einer amtärztlichen Untersuchung stellen, vor der es mir aber am meisten graute.
Es kam wie es kommen musste - die Bescheinigung des Amtsarztes lautet "Nicht geeignet". Dabei wurde mir deutlich gemacht, dass ich nur bei 30 GdB die Eignung von dem Amtsarzt erhalten würde, da man sonst mein Lipödem als "normales" Übergewicht werten wird. Der Amtsarzt sitzt witzigerweise auch beim zuständigen Landratsamt :/

Der Zoll war darüber not amused, da ich mich in den beiden vorangegangen Auswahltests sehr gut bewiesen habe. Man gab mir eine Fristverlängerung, trotz der Bescheinigung "Nicht geeignet", in der Hoffnung, dass das Widerspruchsverfahren bis dahin positiv für mich ausfallen würde. Aber selbst das brachte das Versorgungsamt nicht dazu, seine Entscheidung zu überdenken.
Mein Wunsch beim Zoll zu arbeiten zerplatzte wie eine Seifenblase. Das war für mich richtig enttäuschend, zumal ich für diese Erkrankung nichts kann und man auch so schon genug darunter leidet...

Nun knapp 2 Jahre nach dem Auswahlverfahren habe ich rückwirkend, "dank der Steißerkrankung", den Zuspruch von 30 GdB erhalten. Nur nützt mir das für meine Zolllaufbahn nichts mehr :(
Den Antrag auf Gleichstellung habe ich dennoch gestellt.

Ich kann allen, die einen Antrag nach dem Schwerbehindertenrecht gestellt und "abgewiesen" wurden sind, nur raten beim Widerspruchsverfahren persönlich auch mal vorzusprechen, vor allem, wenn, wie bei mir so viel mehr dran hängt. Ich habe es damals nicht gemacht und habe alles nur schriftlich oder via Telefon abgewickelt und der Sachbearbeiter hat rein nach Aktenlage entschieden, aber das persönliche Leid nicht gesehen.

Dazu muss man sagen, dass das Antragsverfahren Monate dauert. Meinen Verschlechterungsantrag habe ich im August 2014 eingereicht und erst jetzt im Januar 2015 nach zweimaliger Nachfrage die Entscheidung erhalten.
Die Amtsmühlen mahlen eben langsam...

Sonntag, 25. Januar 2015

Maßnehmen

Das Maßnehmen für die Kompressionsbestrumpfung ist ja mal ein heikles Thema für sich. Wer kennt es nicht - die Maße werden genommen und zum Teil nach Wochen erhält man dann endlich die Kompressionsbestrumpfung und egal wie man sich bemüht und welche Tricks man auch anwendet, das passt vorn und hintern nicht.

Ich weiß noch, wie ich bei der Lymphkur ausgemessen wurde und wie ich mich gemeinsam mit der Sanitätshaustante in den Mist gezwängt habe. 
Die Strumpfhose hat geknippen, gedrückt und sich rund um einfach nur furchtbar angefühlt. Das Wort "Presswurst" hat tatsächlich körperliche Gestalt angenommen - mich!
Das Anziehen der Strumpfhose hat morgens knapp eine 3/4 Stunde in Anspruch genommen und oft musste meine Mutsch mir helfen, da ich trotz der Handschuhe (die ja das Anziehen erleichtern sollen) das Ding nicht hoch bekam. 

Ich watschelte also nach nur wenigen Tagen ins Sanitätshaus und brachte meinen Missmut vor und da kommt doch tatsächlich raus, dass die doch so gut ausgebildete Maßnehmfrau sich vermessen hat...um ganze 9cm!!!
Die Stumpfhose kann so auch nicht passen und es ist auch kein Wunder, wenn ich sie nicht hochgezogen bekomme...also neu Vermessen und Strumpfhose abändern lassen. Nach 9 Werktagen konnte ich sie dann abholen und dachte "Juhu, jetzt wird`s passen"

aktuelles Maßprotokoll

...ähm ja, dachte ich zumindest. Jetzt war die Strumpfhose irgendwie zu groß. Sie rutschte, kurz nachdem ich mich herein gequält habe, immer wieder ein Stück runter und rollte sich in der Kniekehle. Also wieder zum Abändern und wieder über eine Woche ohne Kompressionsbestrumpfung.
Das ganze Spiel haben wir knapp 5-6 Mal noch getrieben und immer wieder gab es andere Probleme, sodass ich mich dann nochmal für Oberschenkelstrümpfe und eine Bermuda entschied, die deutlich besser passte, aber auch nicht die "zweite Haut" wurde, sondern eine Belastung.
Egal, wie viel Mühe ich mir gab, das Anziehen dauerte gut eine halbe Stunde und wer meint vorab Duschen zu gehen...spätestens nachdem ich fertig war mir die Strümpfe anzuziehen war ich klitschnass geschwitzt.
Es war eine unendliche Tortur...aber was erzähl ich da?! Kennen die Meisten ja nicht anders.

Letzte Woche Mittwoch war ich erneut beim Vermessen und habe mich diesmal für Kniestümpfe und eine Capri entschieden und hoffe, dass das diesmal wesentlich besser passt.
Man muss dazu sagen, dass meine Kompressionsversorgung von Medi ist und das unser Sanitätshaus überwiegend nur Medi vertreibt. Auf meine Nachfrage hin, wie es mit anderen Firmen wie Bauerfeind, Jobst oder Juzo steht kam eher eine mürrische Antwort....mh so viel zum Thema Wettbewerb...
Mir war bis vor knapp einem Jahr nicht mal bewusst das es eben noch andere Firmen gibt. Erst auf dem Lipödemtag in Hannover erfuhr ich, wie viele unterschiedliche Firmen Kompressionsbestrumpfung anpassen.


Maß des Oberschenkelumfangs

Zugmaß Oberschenkel

Das Vermessen ist wirklich das A und O, da die Bestrumpfung schließlich eine Maßanfertigung ist und auch mehrere Hundert Euro kostet. Ich hoffe ernsthaft, dass ich diesmal "Glück" habe und die Bestrumpfung passt.
Aber bereits über eine Woche später, als ich im Sanitätshaus anrief um etwas anderes abzuklären fragte mich dann die Angestellte noch, was genau ich für eine Bestrumpfung will...da dachte ich echt, mich tritt ein Pferd!
Es ist ja nicht nur so, dass das auf dem Rezept eindeutig drauf steht, sondern, dass ich das zusätzlich nochmal beim Vermessen gesagt habe und nur weil ich mich gemeldet habe kam die Frage, d.h. der Auftrag lag über einer Woche unbearbeitet rum...anscheinend gehts denen viel zu gut, dass die vergessen haben was Dienstleistung heißt. Sowas ärgert mich maßlos, schließlich wird das keine "Freizeitjogginghose" *grummel*

Samstag, 24. Januar 2015

Gesundes Fast Food

Gerade für uns Berufstätige ist ein schnelles Essen nach einem langen Arbeitstag mehr als hilfreich, aber Fast Food, wie Burger und Co. sind da aber nicht die richtige Wahl.

Es gibt aber auch eine Menge gesundes Fast Food, so zum Beispiel, das Schinken-Tomaten-Rührei.


Hierfür einfach eine Scheibe mageren Kochschinken und eine Tomate würfeln und in der Pfanne anbraten. Drei Eier verquirlen, würzen und ebenso in die Pfanne geben.


Wer mag kann dazu gern noch etwas Rohkost oder Blattsalat essen.

Ebenso schnell lässt sich dieses Gericht zaubern. Hierfür einfach Rinderhackfleisch mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Ein Ei, sowie frisches Gemüse, wie Lauch, Brokkoli, Möhren, Zuchinni, untermischen und zu Frikadellen formen und braten. Dazu passt wunderbar Weißkrautsalat.
Wer vegetarisch lebt, kann das Hackfleisch auch super durch Tofu ersetzen. 


Aus Rinderminutensteaks und frischen Pilzen lässt sich wunderbar eine leckere Pfanne kreieren. Mit etwas Tomatenmark und den üblichen Gewürzen alles abschmecken, dazu gekochten Blumenkohl und Feldsalat reichen.


Donnerstag, 22. Januar 2015

Frühstücks-Flan

Das Frühstück ist bekanntlich die wichtigste Mahlzeit des Tages und daher kommt wahrscheinlich auch hier die die einzigst erlaubte Kohlenhydrateinheit ins Spiel - Haferkleie.

Haferkleie ist nicht nur sehr proteinreich, sondern reich an löslichen Ballaststoffen. Zudem besitzt sie die wunderbare Eigenschaft unglaublich viel Wasser aufzunehmen und das Volumen um das 20fache ansteigen zulassen. Daher ist es wichtig während des Frühstücks ausreichend zu trinken um die Masse zum Quellen zu bringen und so ein gutes Sättigungsgefühl zu bekommen.

Die Zubereitung ist sehr einfach und geht so:


- 1 1/2 EL Löffel Haferkleie
- 1 1/2 EL Löffel Magerquark
- 1 Eiweiß oder 1 ganzes Ei
- Zucker, Süßstoff oder Honig zum Süßen

Alles in eine Schüssel geben und zu einem klebrigen Brei verrühren.


Dann eine kleine Pfanne mit ganz wenig Öl auspinseln und den Flan von beiden Seiten backen - ähnlich, wie bei Pfannkuchen oder Quarkkäulchen.


Zu dem Flan esse ich sehr gern selbstgemachten Fruchtquark. Hierfür einfach Früchte der Saison oder tiefkühl Obst (Bsp.: Beeren Mix) unter den Quark heben, evtl.noch etwas süßen.

Dazu eine große Tasse Tee *yummi*


Wer es lieber herzhaft mag oder Abwechslung sucht kann den Flan anstatt mit Zucker mit Salz würzen und vielleicht auch Kochschinken würfeln und ein Spiegelei dazu essen. Das muss ich glatt selbst mal probieren.

Tipp für Berufstätige und die, die es eilig haben - einfach mehrere Flans vorbereiten und für die nächsten Tage in Alufolie im Kühlschrank  aufbewahren. So hat man früh keinen großen Aufwand mehr und Ausreden gibs auch keine ;)
Mir schmeckt der Flan richtig gut, vorallem wenn man noch etwas Zimt beimischt und er warm ist.

Sollte man doch mal richtig Heißhunger haben dann lieber einen vorbereiteten Flan essen anstatt sich eine andere Kalorienbombe reinzuschmeißen.

Dienstag, 20. Januar 2015

Dukan Diät

Wie ich bereits angekündigt hatte, habe ich kurz nachdem ich die Metabolic Balance Geschichte abgeschlossen hatte per Zufall in einer Zeitung bei der Phyisiotherapie etwas neues gefunden, was nicht nur vielversprechend klang, sondern am Ende eine richtige Lebenseinstellung für uns wurde - die Dukan Diät.

Die Dukan Diät basiert auf 4 Phasen

- Phase 1 - Angriffsphase, welche zwischen 2-6 Tagen dauert. Hier sind nur die 72 proteinreichen Lebensmittel erlaubt, die die Energiereserven im Körper anregen und verbrennen sollen. Die Muskelmasse wird bei eiweißreichen Ernährung nicht angeriffen.

- Phase 2 - Aufbauphase, in der bereits 100 Lebensmittel verzehrt werden dürfen. Neben den 72 eiweißreichen Lebensmittel kommen nun 28 Gemüsesorten hinzu. Die Aufbauphase wird solange durchgehalten bis man sein "Idealgewicht" erreicht hat.

- Phase 3 - Stabilisierungsphase, dient dazu Schritt für Schritt den Körper an eine ausgewogene gesunde Ernährung heranzuführen und das bereits verlorene Gewicht zu stabilisieren und dauherhaft zu halten (bis heute sind wir da noch nicht angekommen!)

- 4 Phase - Erhaltungsphase


Dazu kommt, dass man zwischen 1 bis 1,5 L am Tag trinken soll und mindestens 20 Minuten am Tag gehen muss um überhaupt Erfolg zu haben. Dadurch, dass ich einen Hund habe war das für mich kein Problem, nur habe ich die 20 Minuten zusätzlich dran gehangen.

Ich gebe zu am Anfang war es schon sehr schwierig, zu mal ich die Angriffsphase volle 6 Tage durchgezogen habe. Klar, ich konnte den ganen Tag spachteln und ich bin ja auch eher der herzhafte Typ, der lieber mal eine gerollte Scheibe Käse in den Mund schiebt als den vollgetunkten Löffel aus dem Nutellaglas, aber spätestens an Tag 4 wollte ich nichts mehr davon sehen. Aber ich habe wacker durchgehalten und so stand auf meinem Arbeitsplatz immer eine Packung fettarme Wurst :D

Die Aufbauphase hat das ganze wirklich interessanter gemacht. Anhand der vielen Kochrezepte in dem Buch "Die Dukan Diät" konnte man den Alltag wirklich abwechslungsreich gestalten.
Nur die Tatsache das Obst überhaupt nicht erlaubt war...hallo, die Erdbeerzeit ging gerade los....die ERDBEERZEIT. Ich glaub das sagt alles...
Wir haben daher von beginn an unser eigenes System entwickelt. Wir wollten auch nicht auf Druck unbedingt binnen weniger Wochen unendlich viele Kilos reißen...schließlich wohnte Jojo schon mehrere Jahre mit unter unserem Dach und auf diesen Knalleffekt konnten wir getrost verzichten.

So gönnten wir uns auch Obst, vorallem am Morgen, wenn wir den berühmten Flan zusammen mit Quark gegessen haben. Nach 2-3 Monaten gönnten wir uns Sonntags auch einen ganz normalen Essenstag - früh ein leckeres Vollkornbrötchen, Mittag eine leichte Mahlzeit und abends gewohnt Kohlenhydratfrei.
Die Dukan Diät baut darauf auf, die bösen Kohlenhydrate fast vollständig aus dem Alltag zu verbannen. Klar für jemanden wie mich, der Nudeln liebt....ach ihr wisst, wie scheiße das ist.
Aber ich muss sagen, nach all den Wochen habe ich die Nudeln, die Pizza und Co. nicht mal vermisst. Auch fiel es einem nicht schwer die Dukan Diät überall umzusetzen. Im Restaurant einfach einen leckeren Salat mit Putenbruststreifen oder eine leckere Soljanka oder ein saftiges Rumpsteak...*yummi*

Wir haben das ganze über 7 Monate durchgehalten. Ich habe wesentlich besser geschlafen, war nicht mehr dauernd müde und so kaputt. Ich war nicht einmal krank oder habe mich so schlapp gefühlt. Es hat richtig Spaß gemacht und wenn ich dann doch mal sooooooooooooo ne Lust auf Pasta hat - shit happens, man dann hab ich auch mal Pasta gegessen und am nächsten Tag eben einen kompletten Proteintag gemacht. 10kg habe ich verloren und dabei ein wunderbares Lebensgefühl gewonnen.

Leider ereilte uns dann ein familiäres Schicksal was mich in ein tiefes Loch riss und ich glaube mehr muss ich nicht dazu sagen, wenn die Welt für einen aus den Fugen gerät...
Als alles wieder paletti war, waren die Erfolge natürlich fast komplett wieder hin, aber es hat wesentlich länger gedauert bis Jojo aus dem Knick kam und so konnte ich rechtzeitig die alte Dame aus dem Haus werfen.
Seit Wochen sind wir wieder auf dem wir-verzichten-auf-Kohlenhydrate-Trip und ernähren uns abends komplett Kohlenhydrat frei.
Aber die anstehenden Liposuktionen haben meinen Ehrgeiz erneut geweckt. Es ist zwar kein muss gewesen, aber ich habe mir selbst das Ziel gesetzt 10kg bis zur OP zu verlieren. Startpunkt war der 01.12.2014 als ich bei meinem auserwählten Facharzt war. Bislang habe ich 4kg verloren und will jetzt nochmal mit der Dukan Diät richtig Gas geben.

In den kommenden Wochen werdet ihr daher hier viele Rezeptideen finden und vielleicht hat der ein oder andere Lust mitzuziehen :)

An dieser Stelle möchte ich nochmal erwähnen, dass jeder für sich selbst das passende "Programm" finden muss. Egal ob Weight Watchers, Metabolic Balance, die Dukan-Diät oder der Low Carb Trend. 
Man muss sich selbst dabei wohlfühlen und lieber eingene Gelüste einbauen als wochenlang darauf verzichten und dann maßlos in sich hinein spachteln.
Durch die Krankheit muss man bereits genug verzichten, ein- und zurückstecken, da sollte man wenigstens Spaß am Abnehmen haben.


Und ganz wichtig - das Ziel ist ja nicht nur ein paar Kilos zu verlieren und wenn man das Ziel erreicht hat wieder in sein altes Schema F zurück fallen, sondern eben lebenslang sich auf neue Wege begeben.

Sonntag, 18. Januar 2015

Sport frei

Schon immer habe ich mich gerne bewegt und Sport wirklich geliebt, auch wenn man mir das körperlich gesehen nicht glauben will. 
Gut, Sportarten wie Leichtathletik oder Geräteturnen waren dabei absolut nicht mein Ding, da ich weder schnell sprinten noch mich leicht und schwungvoll am Barren bewegen konnte. Meine Begeisterung fand ich eher in Ballsportarten wieder und da räumte ich immer gute Noten ab.

Bereits mit 6 Jahren habe ich für wenige Wochen Fußball gespielt, musste aber schnell feststellen, dass dieser Sport absolut nicht meins ist.
Danach fand ich mein großes Interesse im Handball, was ich auch knapp 4 Jahre gespielt habe. Leider waren wir dann einfach zu viele Mädels im Verein, sodass man mehr auf der Bank als auf dem Feld verbrachte. Mit knapp 10 Jahren bin ich dann ausgetreten und fand mich ein halbes Jahr später mich im Badminton wieder.


die Pummelfee mit der Nr. 6

Badminton hat so richtig meine Leidenschaft geweckt, denn es verbindet den Mannschaftssport super mit dem Einzelwettkampf. Zusammen mit der Mannschaft kann man sich in Punktspielen messen, sich selbst aber auch in Ranglistenturnieren beweisen.

Vorbereitung auf das anstehende Punktspiel

Wir hatten wunderbare Trainingsjahre und waren mit der Jugendmannschaft wirklich erfolgreich, aber irgendwann war das Interesse für die Jugend nicht mehr da und ohne konsequentes Training ging auch der Spaß sehr schnell verloren. 
Ich muss dazu sagen, dass ich keine Hobbyspielerin bin, sondern mich schon messen und beweisen will. Man braucht eben ein Ziel worauf man hinarbeitet und Wettkämpfe um zu sehen wo die Defizite sind.

Zwei Jahre war ich dann aus meinem Heimatverein ausgetreten und habe mich in anderen Sachen ausprobiert und bin nun seit knapp zwei Jahren wieder dabei.
Den Spaß und die Leidenschaft sucht man aber vergebens. Jede Woche darf ich mir meine Portion dummer niveauloser Sprüche von einem Lehrer meiner ehemaligen Schule abholen - ein Lehrer...ja das sagt alles aus - Leerpersonal! 
Zu mal es nicht nur Mobbing, sondern auch Diskriminierung von Schwerbehinderten ist, aber gut.
Leider kapiert jener nicht, dass er damit überhaupt nichts erreicht, außer mich zu nerven. Ich geh schließlich nicht wegen ihm dahin, sondern weil ich den Sport liebe und mich gern bewege.

Im November habe ich meine Freude im Speedminton entdeckt und eine wunderbare junge Truppe gefunden, die Spaß am Sport hat und offen gegenüber Jedermann ist. 
Ab diesem Jahr dürfen wir uns auch in der Bundesliga beweisen und ich habe mich sehr geehrte gefühlt, dass ich mit in den Kader aufgenommen wurde und das nach nur drei Trainingseinheiten.
So trainiere ich Mittwochs knapp 2h Speedminton, Freitags 1,5h Badminton, dazu geh ich fast jede Woche eine Stunde schwimmen und laufe mit Luri ja täglich zwischen 8-10km, denn ein Jagdhund, wie Luri, will eben auch bewegt werden.

Dazu kommt, dass ich zusammen mit einem Freund, der Personaltrainer und Zumba Instructor ist, eine Lipödemsportgruppe gegründet habe, die sich ab Februar einmal wöchentlich zum gemeinsamen Sport treffen wird. Geplant ist eine Stunde gemeinsamer Sport der Spaß an der Bewegung bringen soll - egal ob Zumba, Aerobic, Fitness oder im Sommer gemeinsames Walken.

Natürlich kommen zu Haus dann noch täglich Muskelübungen wie Situps hinzu. Außerdem liebe ich es tanzen zu gehen und da geh ich ab als ob es keinen Morgen mehr gibt. Sei es auf Festivals, in einem guten Club oder quer durch die Wohnung. 
Ich hab einfach zu viele Hummeln im Poppes.

Melt Picknick mit Paul Kalkbrenner

Neben dem Tanzen geh ich gern auch mal wandern, wie hier zu den Kreidefelsen auf der Insel Rügen oder auf verschiedenen Wanderwegen durch den Harz - dank Harzer Wandernadel hat man hier auch ein Ziel und den Ansporn immer wieder mal wandern zu gehen.


im Winter zu den Kreidefelsen gewandert

Aktuell vermiest mein kaputter rechter Knöchel all das, der mich nun auch zu einer Sportzwangspause zwingt - das ganze Unglück ereignete sich bereits April 2013 als wir an der Ostsee wandern waren und ich böse umgeknickt bin. Klein Anja hat es vier Tage verschleppt und hat bis heute immer wieder Probleme. Mittlerweile ist Laufen nur noch unter großen Schmerzen möglich :/.
Dazu kommt, dass ich merke, wie mir immer mehr die Wendigkeit und Beweglichkeit durch das Lipödem verloren geht. Es ist einfach zu viel Masse, die von A nach B bewegt werden muss und es macht mich unglaublich traurig nicht an meine alten Leistungen anknüpfen und mich so frei bewegen zu können, wie ich es will.

Unabhängig davon kann ich euch allen nur raten - bewegt euch und wenn es eben nur 10 Minuten Gehen am Tag sind. Das sind immerhin 10 Minuten mehr als wenn man diese auf der Couch fristet.
Findet etwas was euch begeistert und Spaß macht.
Schwimmen ist für uns Lipödemerkrankte der beste Sport, da es die Gelenke schont und eine natürliche Lymphdrainage bewirkt.

Habt Mut zum Sport ohne euch zu schämen, schließlich tut ihr etwas für euch und nicht für andere. Auch ich gehe weiterhin zum Badminton auch wenn ich mir immer diese dummen Sprüche geben muss. Aber die Intelligenz mancher Menschen ist einfach nur unglaublich beschränkt.

In diesem Sinne - Sport frei!

Samstag, 17. Januar 2015

Metabolic Balance

Mein damaliger Facharzt war ein absoluter Fan von diesem Programm und daher lag es auf der Hand, dass auch ich dieses Programm umsetzen sollte - zu mal ich gut 20kg verlieren sollte, bevor ich  überhaupt an eine OP denken könne....
Metabolic Balance ist ein Ernährungsprogramm – anders kann und will ich das nicht bezeichnen – das auf der Analyse der Blutwerte des eigenen Körpers basiert. Mittels eines sehr teuren Bluttest (Kosten rund 400€) und der damit verbundenen Auswertung von 36 Blutwerten, sowie Alter, Körpergewicht und -größe wird eine Liste von Lebensmitteln erstellt die den Stoffwechsel des Körpers anregen und so die Fettverbrennung beschleunigen sollen. 

Des Weiteren wird die Menge an Flüssigkeit berechnet, die man täglich zu sich nehmen soll und dies waren bei mir 4,5 L - bereits hier läuteten bei mir die Alarmglocken. Ich hab schon immer gehasst viel zu trinken, bin teilweise mit 0,5 L pro Tag ausgekommen (ja, ich weiß ist auch nicht gut) und hatte mich bereits auf über 1 L am Tag gewöhnt, aber 4,5 L???
Aktuelle Studien belegen ja sogar, dass zu viel Wasser trinken schädlich für den Körper ist und eine Hyperhydration dann die Folge sein kann.

Wenn man sich dann die Auswertung und das Programm genauer anschaut wird einem relativ schnell bewusst, dass die schönen genussvollen Tage gezählt sind.

Die Liste der Lebensmittel die für meinen Stoffwechsel gut waren, war zwar nicht all zu kurz, aber es waren überwiegend Lebensmittel die ich nicht kannte, die ich noch nie zuvor gegessen hatte, geschweige denn wusste, wo man diese kaufen konnte.
So fanden sich neben Artischocken und Knollensellerie auch Schrimps und Surimi auf der Liste - was ich niemals vor hatte zu essen *würg*

Meinen Schock musste man mir deutlich angesehen haben, denn ich weiß noch wie die Betreuerin damals sagte, dass meine Mom und ich nochmal schön einkaufen und wir uns zum Abschluss einfach nochmal das gönnen sollen worauf wir Lust haben…tja das haben wir getan und so flogen neben einigen Lebensmitteln die wir für die nächsten Tage zur Vorbereitung des Programms benötigten Puddings, Süßes und Herzhaftes massenhaft in den Einkaufswagen. Mir war am Ende sooooo schlecht. :D 

Am nächsten Tag ging die harte Phase direkt los. Den ganzen Tag sich nur von 1,5 kg Kartoffeln ernähren; aufgeteilt auf 3 Mahlzeiten mit mindestens 5h Abstand dazwischen.
Klingt nicht so schwierig, aber versucht es mal...so viele Kartoffeln ohne irgendwas dazu kann man auf einmal nicht essen, dass man 5h dann ohne Probleme übersteht.
Genuss war ein Wort was ich aus meinem Wortschatz definitiv streichen sollte.

Den ersten Tage habe ich irgendwie überlebt und dachte mir den zweiten Entschlackungstag anstatt mit Kartoffeln mit 1,5kg Gemüse zu schaffen. Tja, aber wer von euch hat denn schon mal einen ganzen Kohlrabi auf leeren Magen gegessen? 
Es war nicht nur so, dass ich den ganzen Tag furchtbar gefroren habe, weil der Körper kein richtiges Heizmittel in Form von Kohlenhydraten hatte, sondern auch meine Konzentration bereits nach den ersten beiden Unterrichtsstunden komplett ausfiel. Egal was der Dozent vorn erzählte, meine Gedanken waren überall – die Kälte, das Zittern, die Bauchschmerzen vom Kohlrabi und zum Schluss  furchtbare Übelkeit zwangen mich den Unterricht abzubrechen und irgendwie nach Hause zu kommen. 
Dort habe ich einen absoluten Fressanfall bekommen, weil ich das Leiden echt satt hatte. Ich stand heulend vor dem Kühlschrank und brach dann endgültig zusammen als meine Mutti kam.

Die Ereignisse der letzten Wochen waren einfach zu viel für mich. Die Diagnose, die Lymphkur mit den sch*** Kompressionsstrumpfhosen und nun dieses Programm mit dieser furchtbaren Lebensmittelliste...ich wollte wirklich nicht mehr.
Noch am selben Abend beendeten wir das Programm und brachen ab. Die beste Entscheidung meiner Meinung nach, denn wenn man sich einfach etwas Zeit nimmt und ein wenig recherchiert wird man schnell fündig und findet diverse negative Aspekte.

Dazu habe ich euch mal hier ein paar Links zusammengestellt:

 
Obwohl ich zu Beginn von der Idee, das gewisse Lebensmittel den eigenen Stoffwechsel beeinflussen und somit schädlich bzw. sehr gut dafür sind, absolut angetan war, war die Umsetzung einfach unmöglich.  Nicht nur deshalb, weil es Lebensmittel waren die ich nicht ausstehen konnte, sondern auch weil man diese nur sehr schwierig kaufen kann, vor allem wenn man in einer ländlichen Gegend wohnt. Auch konnte ich dem Programm nichts Positives abgewinnen. 

Es ist für mich keine Ernährungsumstellung, sondern ein Programm was konsequent bis zum Lebensende durchgezogen werden muss, um Erfolg zu haben und was für mich im Alltag auch nicht praktikabel ist.
Am Ende wird einfach die Hilflosigkeit der Betroffenen ausgenutzt, gepaart mit dem Ansporn durch die große finanzielle Investition am Anfang, wie in vielen Bereichen der Industrie.

Nur wenige Wochen später entdeckte ich per Zufall in einer Zeitschrift etwas neues, was für uns das richtige wurde...

Freitag, 16. Januar 2015

Lebensaufgabe Lipödem

Neben den positiven Effekten der Lymphkur ist mir aber gleichzeitig bewusst geworden, was das zukünftig eben bedeuten wird und welches Ausmaß an Zeitaufwand die Behandlung des Lipo - Lymphödems auch benötigt.

Es ist ja nicht nur so, dass man unter den Folgen der Krankheit leidet – Druckschmerz, schweren Beinen, aufgerissene, trockene, kalte Haut, nächtliche Laufaktionen ins Bad, blaue Flecken überall – sondern man eben auch enorm viel Zeit benötigt um die Behandlungen durchzuführen.

Neben Physiotherapie die ich zweimal die Woche á 90 Minuten erhielt musste ich zusätzlich Sport machen, meine Ernährung ändern, mich in die Kompression quetschen. Dazu sollte ich ein Ernährungsprogramm machen und mich in psychologische Betreuung begeben.
Am besten wäre eine Halbtagsstelle gewesen, um die Behandlungs angemessen umzusetzen, denn schließlich war ich gerade in meiner Ausbildung und hatte eine 40 Stundenwoche. Dazu einen Hund der durch die Diagnose und der nun anstehenden Behandlungen einfach echt zurück stecken musste.

Es drehte sich alles auf einmal nur noch um das Lipödem und das hat mich unglaublich zermürbt. Es hat mich vorallem eben auch zermürbt, weil mir direkt mit der Diagnose gesagt wurde, dass die Krankheit unheilbar ist und ich wohl mein ganzes Leben lang Kompressionsstrümpfe und Physiotherapie machen müsste - die gesunde Ernährung dazu verstand sich von selbst.

Aber da „Aufgeben“ bei uns keine Option ist haben wir alles mögliche versucht und irgendwann ein richtiges Verhältnis zu allem gefunden.
Es ist machbar, aber man muss eben sehr viel zurückstecken, vorallem was seine eigene Freizeit und Freiheit betrifft.


"Egal wie schwer die Zeiten auch sind, nach jedem Sturm kommt auch Sonne!"
 
Foto: Christian Liebich


Donnerstag, 15. Januar 2015

Lymphkur

Nachdem die Diagnose nun stand habe ich im Dezember 2011 eine zweiwöchige Lymphkur in einer Außenstelle unseres Kreiskrankenhauses gemacht.
Die Kur diente als Auftakt des nun anstehenden Behandlungsmarathons.

Noch auf der Fahrt dorthin sagte ich zu meiner Mutsch, dass ich schreie, wenn ich mit jemanden auf ein Zimmer komme, die mir sofort ihre ganze Lebensgeschichte aufdrückt – da wusste ich ja noch nicht, wie schlimm das Ganze werden wird…

6:30 Uhr war damals die Aufnahme – was für eine göttliche Zeit. Meine Zimmergenossin war bereits anwesend und so konnte ich zwischen den Betten leider nicht mehr wählen und musste das Bett an der Wand neben den beiden Kleiderschränken nehmen.
Noch während meine Mom und ich meine Sachen auspackten wurde ich voll 
gequasselt – mit der Lebensgeschichte!!!…ich hab nur die Augen gerollt und war schon genervt. 
Das ganze bekam seinen vorläufigen Höhepunkt als die besagte Zimmergenossin, die aufgrund der gleich anstehenden Befundaufnahme nur noch die Unterwäsche an hatte und sich direkt vor mir bückte um aus ihrem Schrank etwas zu holen. Ja, da wars gänzlich aus!

Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich über 25 Jahre jünger war und mich auf meine bevorstehende Abschlussprüfung vorbereiten musste, hat die Chemie einfach nicht gepasst und nichts ist schlimmer als zwei Wochen irgendwo gefangen zu sein mit jemanden den es nicht interessiert, ob man kein Interesse auf die Lebensgeschichte hat oder nicht und ununterbrochen einen zuquatscht!

Direkt fragte ich nach einem Einzelzimmer – ich bin wahrlich nicht zimperlich, aber ich war die Jüngste – alle um mich rum waren 50 Plus, d.h. ich hab den Altersdurchschnitt gewaltig gedrückt mit meinen gerade einmal 21 Jahren!
Ein Glück bekam ich ein Einzelzimmer und konnte mich so in Ruhe auf die Prüfungen vorbereiten und eben vor unliebsamen Gesprächen flüchten.

Der Tag während so einer Kur ist fast immer derselbe. Früh um 6 Uhr ist die Nacht zu Ende, denn bevor ich halb 7 in das Lymphgerät hüpfen sollte, wollte ich a) meine Kompression abwickeln und mich b) duschen gehen. Das durfte ich Kücken, wie alle zu mir sagten, immer im großen Behindertenduschraum machen, da ich mir meine Nasszelle mit zwei älteren Herren hätte teilen müssen und ich beschreibe lieber nicht, wie die aussah…

Nach dem ich eine halbe Stunde im Lymphomat lag ging es dann zum ersten Mal am Tag zur Physio. 
In der zweiten Kurwoche bekam ich anstatt der Beinmanschetten eine komplette Hose für das Lymphgerät. Bei der dritten Behandlung wurde der Druck so groß, dass die Hose platzte - während ich gerade drin lag. Ich weiß noch wie ich geschrien und panisch den Notknopf gedrückt habe....verrückt!

im Lymphomaten, erst Beinmanschetten, später komplette Hose

Bei der Physio wurde ich über eine Stunde massiert und entlympht und anschlißend wieder bis zur Hüfte gewickelt.
Wie ein Michelinmännchen gings dann zurück aufs Zimmer, wo ich kurz Zeit zum Frühstücken hatte. Spätestens um 10 Uhr stand dann Sport an – ja, Sport und zwar mit der Kompression bis zu den Hüften. Ich sage euch, als wir uns auf den Fußboden legen sollten, kam man sich vor wie ein umgekippter Maikäfer.
Nachmittags um 14 Uhr ging es dann zum zweiten Mal zur Physio um erneut gelympht und gewickelt zu werden. Danach war meist gähnende Langeweile.

gewickelte Beine

Wie sich im Laufe der Kur herausstellte musste ich entgegen aller Erwartungen so gut wie nie auf die Toilette. Bei mir hat überwiegend das Herz die Lymphflüssigkeit abgebaut, daher habe ich oft und vor allem nach der Physio etwas Herzrasen und fühl mich total kaputt.
Nur nachts, da renne ich dann zwischen 1-5 mal auf die Toilette. Gut, das bin ich seit Kindertagen gewohnt.

Nach der ersten Woche kam dann jemand vom Sanitätshaus und hat meine Beine detailliert vermessen, da die Kompressionsbestrumpfung – hier eine Strumpfhose Kompressionsklasse 3 – angefertigt werden musste.
Diese war dann tatsächlich eine Woche später da und nun hieß es rein mit Dir…es war eine absolute Qual. Irgendwie hat es nicht wirklich gepasst. Nachdem alle aus dem Zimmer waren und nur noch meine damalige Freundin da war, habe ich bitterlich geweint. Ich konnte mir wahrlich nicht vorstellen, diese Tortur jeden Tag durchzumachen. Wir haben zu zweit eine halbe Stunde für das Anziehen benötigt! Zu zweit!!!

Die Kur war wirklich hilfreich für mich, auch wenn ich mir bei den ganzen älteren Leuten etwas Fehl am Platze vorkam. Damals dachte ich echt, dass ich das einzige junge Mädel bin, dass mit diesem Mist betstraft wurde. 
In den zwei Wochen habe ich knapp 4kg verloren und auch den Umfang der Beine zum Teil um 5cm verringert. Das war der Wahnsinn.
Also eine Lymphkur kann ich daher auf alle Fälle empfehlen. :)

Dienstag, 13. Januar 2015

Die Diagnose

Über meine Halbschwester erhielt ich damals den Tipp eventuell ein Lipödem zu haben. Ihre Bekannte leidet unter dieser Krankheit und wir würden uns, was das betrifft, sehr ähnlich sehen. Mit ihrer Bekannten telefonierte ich darauf hin ein paar Mal und sie rat mir zu einem Angiologen/Phlebologen zu gehen. Also musste ich erstmal einen solchen Arzt finden.

Na toll – ich kannte das Wort noch nicht einmal, geschweige denn was das heißt, und sollte nun einen solchen Arzt finden. Also Google an und los gings. Prompt wurde mir eine Klinik in Darmstadt vorgeschlagen – der Haken – Darmstadt liegt nicht nur 4 Autostunden entfernt, sondern für die Diagnose hätte man gleich ein hübsches Sümmchen berappen sollen. Hallo?! Das schied definitiv erstmal für mich aus – warum schon Geld für die Meinung eines Arztes bezahlen?!

Ich konnte mein Glück kaum fassen, als ich erfuhr, dass im Kreiskrankenhaus bei uns genauso ein „Angiologe“ sitzt. Also Termin vereinbart und drei Monate gewartet…wie solls auch anders sein :/

Endlich, der Tag war gekommen wo ich hoffentlich nun eine klare Aussage bekommen würde, was mit mir los ist. Ich weiß noch genau, wie nervös ich im Wartebereich saß bis ich aufgerufen wurde. Der große Mann im weißen Kittel begrüßte mich freundlich und meinte direkt „Bitte ziehen Sie ihre Hose aus, obwohl, brauchen sie eigentlich nicht, ich sehe es auch so schon!“ 

Rums, das hat gesessen. Wie kann man etwas durch die Hose schon so sehen? Ist es so eindeutig? Warum haben dann die Ärzte vorher nie etwas bemerkt oder gar erwähnt? Ich lag erst wenige Monate vorher in diesem Krankenhaus, es wäre doch ein leichtes gewesen den Arzt mich begutachten zu lassen…meine Gedanken kreisten während ich die Hose und die Jacke auszog.

Foto: Christian Liebich

„Ganz klassisches Lipödem“ – wow, das hat erneut gesessen. Er hat es gesagt - Ich hab ein Lipödem.

Mit gezielten Bewegungen drückte er auf einzelne Punkte auf meinem Schienbein und der Schmerz schoss durch meinen ganzen Körper. Ich hätte heulen können so weh tat es.

Er stellte eine Frage nach der nächsten; viele, wie „Haben Sie immer so viele blaue Flecken?“ konnte ich immer mit "Ja!" beantworten. Ich habe mir dabei nie etwas gedacht, da ich mich öfters Stoße, einen Schmetterball beim Badminton abbekomme oder mich kräftig mit meinem Hund raufe. Nur gelegentlich konnte ich mir einige nicht erklären, habe es aber nie hinterfragt.

Eine Lösung warum ich seit wenigen Jahren auch kein Inlineskating und auch kein Schlittschuh mehr fahren konnte hatte ich nie, die gab er mir nun aber. Die Schuhe drücken nämlich genau auf jenen Punkt, wo er gedrückt hat, sodass man das Gefühl hat tausend Nadeln durchstechen den Körper.

Mit einem Ultraschallgerät untersuchte er dann den Venenfluss. Am Ende war die Diagnose klar – Lipo-Lymphödem. Durch das Jahre lange nicht behandeln des Lipödems – wie auch, wenn man nicht weiß, dass man darunter leidet - hat sich bereits zusätzlich Wasser eingelagert - Lymphödem.

Na, was kann ich denn dafür wenn es vorher niemand erwähnt. Ich hab schließlich nicht Medizin studiert und dafür wird man nun doppelt bestraft.


Foto: Christian Liebich




Gut erkennbar ist, dass die Hände und Füße nicht betroffen sind und sich das Lipödem wie ein Kragen  darüber verbreitet;
symmetrisch und säulenartig.
Das typische Doppelkinn ist auch schon erkennbar.










Eine zweiwöchige Entstauungskur, Kompressionsbekleidung Klasse 3, zweimal wöchentlich Lymphdrainage, Lymphkoffer, Ernährungsumstellung auf Metabolic Balance, Gewichtsreduzierung, OP…er ratterte den Behandlungsplan nur so runter und ich? 

Ich habe maßlos direkt vor ihm geheult. Ich war geschockt – all die Jahre das zu erleiden. Wie viel Leid und Hänseleien hätte man verhindern können, wenn man viel eher diese Diagnose erhalten hätte?! Wie viel Ärzte hatte ich aufgesucht und alle meinten nur ich solle weniger Essen und mehr Sport machen. Ich war so unfassbar wütend und dann ergriff mich die Panik als ich realisierte was er sagte – mein junges freies unbeschwertes Leben hatte auf einen Schlag einen Riegel vorgesetzt bekommen. Nur noch Therapie, Therapie, Therapie. 

Wie hypnotisiert bin ich aus der Praxis gegangen mit einer Hand voller Rezepte und Verordnungen. Na das kann was werden…

Montag, 12. Januar 2015

Ernährung

Im Bereich Ernährung möchte ich Euch von meinen Erfahrungen berichten, was mir persönlich geholfen hat und wovon ich lieber Abstand nehme.

Dadurch, dass ich bereits mit meinem 5. Lebensjahr zum ersten Mal zur Kur gefahren bin und später zwei weitere folgten, verschiedene Diäten und auch schon Ernährungsberatung mitgemacht habe, hat sich einiges an Erfahrungswert angesammelt. 
Dieses Wissen war am Ende so umfangreich, dass ich meine Facharbeit im Abitur diesem Thema gewidmet und mit sehr gut abgeschlossen habe - Thema: "Wie sich die Entwicklung des Menschen auf seine Ernährungsweise auswirkt - der Weg zum Übergewicht".
Zu dem damaligen Zeitpunkt wusste ich von meiner Erkrankung nichts und ich hatte nie in Verbindung gebracht, das es so etwas geben könnte.

An dieser Stelle muss ich aber sagen, das jeder Körper anders arbeitet und reagiert und es daher auch so unterschiedliche Methoden gibt abzunehmen oder seine Ernährung nach bestimmten Punkten auszurichten und umzustellen.
Es gibt kein Allheilmittel, wie man so schön sagt. Jeder muss seine Erfahrungen machen und für sich selbst, und am besten mit ärztlicher Betreuung, ein- und abschätzen was einem gut tut und hilft.

Eine Diät ist keine Dauerlösung - die "Zauberei" besteht in der Ernährungsumstellung.

Anhand von Rezepten möchte ich Euch meine Ernährungsweise präsentieren und Euch auch einen Anreiz und Ideen bieten oder sogar auf neue Wege bringen.

Freitag, 9. Januar 2015

Wie alles begann...

Bevor ich überhaupt eine Diagnose erhalten habe vergingen einige Jahre.

Schon als kleines Kind hatte ich immer mehr „Hüftgold“ als andere. Ich war stets die Größte und Schwerste, was mir leider viel Hänseleien, aber auch Gewalt eingebracht hatte. Bereits mit 5 Jahren fuhr ich das erstmal zur Kur – 6 Wochen – und das ohne Eltern. Nur ein einziges Mal durften diese uns besuchen…zum Glück bin ich ein sehr aufgeschlossener herzlicher Mensch der immer und überall direkt Kontakte knüpft. Ansonsten wäre es sicherlich der Horror gewesen.

Ich mit knapp 3,5 Jahren 
 

Trotz der geringen Erfolge stieg mein Gewicht bis auf 107,5kg an und da war ich gerade einmal 12 Jahre alt! Eine unfassbare Zahl. Erneut ging es zur Kur und auch hier konnte ich Erfolge erzielen, aber auch diese hielten nicht ewig.


Mit 16 ging es daher nochmal zur Kur, denn alle guten Dinge sind bekanntlich Drei. Aber aufgrund eines schweren Steißabzesses, der mich fast das Leben kostete brach die Kur nach nur wenigen Wochen aufgrund des langen Krankenhausaufenthaltes ab.

ich mit 15 Jahren (links vor und rechts nach der Kur)
 

Knapp 6 Monate nach der Operation konnte ich erstmals wieder Sport machen und da hat mich so sehr der Ehrgeiz und der Wille gepackt, dass ich einmal die Woche mit einer Freundin 6km walken gewesen bin - stets Samstag und stets früh halb 7, damit uns in der Morgendämmerung auch ja keiner sieht. Selbst bei -15°C und eiskalten beißenden Wind haben wir uns gequält – warm angezogen, wozu? Kälte aktiviert den Kreislauf und verbrennt dadurch mehr Kalorien. 
Auch sportlich habe ich mich vollkommen zurück gekämpft und in wenigen Monaten meine sportlich größten Erfolge im Badminton gefeiert, was ich seit 2001 im Verein spiele :)


Ja, ich war stolz. Das Jahr 2007 war unglaublich schön – ich habe mein Gewicht bis auf 88,7kg reduziert und das ist das Ergebnis gewesen:



Ich sah für mich unglaublich schlank aus, obwohl ich Schlank sein nicht kenne. Ich war nie richtig schlank – stets eine Pummelfee, denn eines ist sicher - ich habe nich nur ein Lipödem, sondern bin auch adipös.
Wenn ich heute dieses Bild sehe werde ich richtig wehmütig, denn nur ein halbes Jahr später begann das Drama. 


Ich war 17 ½ und hatte meinen ersten Freund, die Pille nahm ich bereits seit einigen Jahren und trotz intensiven Sports und überwiegend gesunder Ernährung nahm ich kontinuierlich mindestens 1kg pro Monat zu. 
Selbst als ich hungerte und Tabletten nahm – ja, mir waren die radikalsten und gefährlichsten Methoden ebenso Recht, wie radikaler Sport - Hauptsache das Gewicht sinkt. Nichts half und so musste ich zusehen wie es immer mehr wurde. 

Insgesamt 31kg bis 2011 endlich die Diagnose kam…

Donnerstag, 8. Januar 2015

Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem Blog!

Zuerst einmal möchte ich mich kurz vorstellen:
Ich bin Anja, 24 und leide an einem Lipödem, genauer gesagt an einem Lipo - Lymphödem. 
Betroffen sind überwiegend schwergradig meine Arme und Beine.

Foto Christian Liebich

Der Blog dient dazu Euch einen Einblick und ein Gefühl zu geben vom Beginn, sprich der Diagnose, bis hin zur konkreten Behandlung mittels Liposuktion und den Monaten danach. Den Kampf mit Krankenkassen und Sanitätshäusern, gegen die soziale und gesellschaftliche Ausgrenzung und den eigenen inneren Schweinehund.

Das was Ihr hier lesen werdet ist sehr intim. Es sind meine Gedanken, Gefühle und Emotionen. Kurz um: mein Schicksal!

Bitte habt daher Verständnis, dass es keine Kommentarfunktion geben wird, denn für mich ist es schon unbegreiflich genug, das es immer noch viele unter uns gibt die andere verurteilen und beschimpfen, obwohl wir alle im selben Boot – dem Lipiboot - sitzen.

Wir alle Leiden, wenn auch unterschiedlich. Bei manchen ist das Lipödem weniger stark ausgeprägt, bei manchen mehr, was aber nicht bedeutet, dass jene mit schlankeren Beinen und Lipödem weniger Schmerzen haben, als andere offensichtlich „schwerer“ Betroffene.

Falls die ersten bösen Stimmen laut werden sollten, dass ich mich hiermit profilieren will, dem sei gesagt, dass das nicht so ist.

Es geht hier allein um das Gemeinwohl, denn mehr als 10 Mio. Frauen Deutschlandweit leiden an einem Lipödem. Viele wissen nicht, dass sie betroffen sind und viele, wie ich damals, sind nach der Diagnose einfach maßlos überfordert, weil man nicht weiß was einen erwartet und was konkret gemacht werden soll.

Und daher kam mir die Idee mit dem Blog. Gebündelte Informationen an einem konkreten persönlichen Beispiel – an mir!

Ich stehe zu meiner Krankheit und schäme mich nicht dafür. Alle in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wissen davon, selbst meine Kollegen auf Arbeit. Ich habe kein Problem der Krankheit mit mir ein Gesicht zu geben und mich, wie ihr in den folgenden Beiträgen sehen werdet, fotografisch ablichten zu lassen.


Ich freue mich sehr, dass wir heute endlich das Projekt starten können und ich Euch nicht nur massenhaft Text, sondern auch eine bildliche Dokumentation bieten kann. Der Fotograf Christian Liebich wird mich über den gesamten Zeitraum fotografisch begleiten und für Euch alles genaustens bildlich dokumentieren.


Ich nehme Euch mit auf eine Reise – meine Reise, denn

"Der Weg ist das Ziel"

   (Konfuzius)


Alles Liebe,
Eure Anja